Test BMS Gestalten

Limiten sind Grenzen. Die verordnet man sich selber. Oder sie werden einem verordnet. Manchmal helfen sie uns. Manchmal nicht. 

Wer limitierte Mittel an Geld hat, hat sich das in der Regel nicht selber ausgesucht. Geld beeinflusst Lebenswege, Träume und Entscheidungen. Armut, so beschreibt es Angela Erb fast schon poetisch, formt leise, aber bestimmt, den Lauf unseres Lebens. 

Angela kreiert eine Geldnote mit dem Wert von null Franken. Wunderschön grafisch umgesetzt, macht uns die Note betroffen. Sie irritiert uns. Sie beschämt uns vielleicht sogar. 

Armut wird tabuisiert in unserer Gesellschaft. Wer die seltsame Null-Franken-Note in den Händen hält, fühlt den Hauch der Armut, der leise, aber bestimmt, den Lauf unseres Lebens formt. Wir werden uns bewusst, dass wir oft einfach nur Glück hatten. Ohne unser Zutun stand nie eine Null auf unseren Banknoten. Ohne unser Zutun erleben wir Geschichten, die  wir mit einer Null nie erleben würden. (Seite...) 

Wenn sich Schönheitsideale mit Limiten kreuzen, kann es bizarr werden. Wo liegt das Limit, wenn ich auf der Waage stehe? Darf ich ungeschminkt auf die Strasse? Wie viele Falten sind erlaubt?  

Das Erweitern und Verbessern des Körpers erzählt von einer grossen Sehnsucht nach Perfektion, meint Lucinia Seiler und liefert uns ein verstörendes Selbstporträt. Eine Maske auf ihrem Gesicht verunstaltet sie. Zur Unkenntlichkeit verzerrt, liefert sie ein Abbild einer völlig missglückten Schönheitsoperation. Lucinia zeigt sich von der hässlichen Seite. Irgendwie mutig und verstörend zugleich. Wir kennen sie alle, diese seltsamen Gesichter. Diese aufgeblasenen Lippen. Diese starren Minen, sie sind vermutlich übers Limit von Schönheitsvorstellungen gegangen. Limiten sind da, um sie nach Belieben zu verschieben. Limiten sind da, um sie zu ignorieren. (Seite...) 

Vom Schweren und vom Leichten. An einer feinen Säule aus Stahl schwebt scheinbar mühelos eine massive Betonsskulpur, die einen zum Sitzen einlädt. Das Auge ist irritiert. Hält uns das Gebilde? Überschreitet die Skulptur das Limit des Tragbaren, wenn wir uns auf sie setzen? Machen wir uns lächerlich, wenn wir vor aller Augen mit grossem Getöse auf den Boden krachen?  

Dimitri Ubezio reizt das Spiel mit dem Ungewissen. Sein Objekt geht ans Limit, es löst Unsicherheit aus. Die Funktionalität wird in Frage gestellt. Die elegante Säule und der schwere Betonkloss, ein eigenartiges und beunruhigendes Paar. Frank Geiser, der Architekt unseres Schulhauses hätte keine Freude daran. Das Gebäude ist ein schöner Vertreter minimaler Ingenieursarchitektur. Kein Zuviel. Und kein Zuwenig. Was soll da ein parasitärer Betonklotz im feinen Säulengebilde? 

Dimitri machte eine Lehre als Strassenbauer. Seine Arbeiten sollten kein Schischi sein, sondern Hand und Fuss haben, erklärt er uns. Drum ist ein Stuhl ein Stuhl. Was denn sonst? Und er trägt uns, obwohl er uns so verunsichert. Wer sich hinsetzt, wirkt eigenartig fein, schon fast filigran. Man möchte dass sie bleibt, die massive Skulptur an der feinen Säule, die das Auge so irritiert. (Seite...) 

Wir freuen uns, in dieser Broschüre ... wunderbare Arbeiten zum Thema Limit präsentieren zu dürfen. Die Ansätze und Interpretationen zum Thema sind sehr verschieden, das macht das Ganze so spannend. Wir wünschen allen Absolvent:innen dieses Jahrgangs alles Gute für die Zukunft. Und freuen uns drauf, möglichst viele bei der nächsten Abschlussausstellung wieder anzutreffen. 

Thomas Manz

Fabienne Lucy – does not stay that way

Der Tod ist der limitierende Faktor des Menschlichen Körper. Unser Körper, wie auch alles andere auf dieser Welt ist vergänglich. In diesem Projekt habe ich mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit auseinandergesetzt und habe mich gefragt, wie ich diese Themen in Verbindung mit Kleidung und dem Körper zeigen kann. Dafür habe ich das Gefühl des Ekels vor der Verwesung, die Vergänglichkeit von Material und das Symbol eines Schmetterlings eingebaut, welcher für mich an eine verstorbene Freundin erinnert. Die Kleinkollektion zeigt die Auseinandersetzung mit dem Thema und ordnet diesen drei Überthemen je einen Look zu.

https://vimeo.com/1091580977?fl=pl&fe=cm

Dalin Inthaso – Zwanzig Franken Schicksal

Glaubst du an Vorherbestimmung oder nur an Zufall?

In Thailand gehört das Wahrsagen ganz selbstverständlich zum Alltag, nicht als Religion, sondern als kulturelle Gewohnheit. Auch bei uns zu Hause ist das ganz normal: die Telefonnummer ändern, das Bett nach der Himmelsrichtung ausrichten. Alles nach den Empfehlungen einer Wahrsagerin.

Mit meinem Projekt will ich euch zeigen, wie sehr das zu meiner Welt gehört. Ich habe eine Wahrsagerin besucht und daraus meine eigene kleine Fernsehsendung kreiert – inspiriert vom Stil und der Ästhetik thailändischer Medien, die sich auch in meinem Video wiederfinden.

Fabienne Lucy – does not stay that way

Fabienne Lucy – does not stay that way

Dalin Inthaso – Zwanzig Franken Schicksal

Dalin Inthaso - 20 Franken Glück.

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